Ausleitungsverfahren

Was bedeutet Ab- oder Ausleitung?
Mit den ab- oder ausleitenden Therapieverfahren bekommt der Körper Abhilfe zu entgiften und zu entschlacken. Durch den Reinigungsprozess werden Stoffwechselendprodukte, schädliche Stoffe oder Toxine (Giftstoffe) ausgeschieden und die Heilung gefördert, Immunsystem harmonisiert und gestärkt.

Schröpfen

Die Schröpftherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden überhaupt – erste Hinweise darauf finden sich schon 3000 v. Chr. Es gibt das blutige Schröpfen und die unblutige Schröpfkopfmassage. Je nachdem welche Schröpftherapie gewählt wird, erreicht man unterschiedliche Wirkungen.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Durchblutung in dem geschröpften Gebiet angeregt, der Stoffwechsel und damit der Abtransport von schädigenden Stoffwechselendprodukten verbessert, Schmerzen und Verspannungen gelindert und die Selbstregulation des Körpers unterstützt wird.

Unblutige Schröpfmassage

Bei der Schröpfkopfmassage werden ein oder mehrere Schröpfgläser auf (z.B. mit Arnikaöl) eingeölte Haut aufgesetzt. Durch das Ansaugen der Gläser entsteht ein Unterdruck. Der Therapeut bewegt die angesaugte Hautfalte mit den Gläsern langsam entlang der Reflexzonen/Reflexpunkte. Alternativ wäre, mehrere Gläser auf die Reflexzonen für einige Minuten aufzusetzen. Es wird eine Mehrdurchblutung im Bindegewebe erreicht.

Anwendungsgebiete:
Verspannungen der Muskulatur, Schmerzen in HWS-, BWS-, LWS-Bereich
Rheumatische Erkrankungen, Wirbelsäule, der oberen und unteren Extremitäten
Nachbehandlungen von Muskelverletzungen
Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, z.B. Oberbauchschmerzen, Verstopfungen

Blutiges Schröpfen

Beim blutigem Schröpfen wird das zu behandelnde Hautareal mit Lanzette angestichelt. Der Unterdruck zieht Blut in die Gläser und füllt diese mit bis zu 100ml Kapillarblut.

Anwendungsgebiete:

essentielle Hypertonie
akute Entzündungen im HNO-Bereich
Bronchialinfekten
Oberbauchbeschwerden
Hormonelle Dysbalance, Menstruationsbeschwerden
Migräne, Spannungskopfschmerz, Schwindel
Neuralgie / Ischialgie

Dauer der Schröpfkopf-Behandlung unblutig ca. 25 Minuten, blutig individuell, ca.15-25min

Baunscheidtieren

gehört auch zu den ältesten Hautausleitungsverfahren, benannt nach Carl Baunscheidt (1809-1872).
Die Durchführung erfolgt mittels eines Stichelapparates (sog.“Lebenswecker“) und eines speziellen haut reizenden Öles.
Das zu behandelnde Hautareal wird mit dem Stichelapparat oberflächlich und engmaschig angestichelt, so dass keine Blutung entsteht. Nach dem Sticheln wird die Haut mit speziellen Reizöl eingerieben. Es kommt in dem Bereich zu einer Mehrdurchblutung und zur Aktivierung des Lymphstroms. Die Stoffwechselendprodukte werden aktiviert und anschließend über die Haut ausgeschieden.

Anwendungsgebiete:

Erkrankungen des Bewegungsapparates, z.B. Rheuma, Arthritis, Arthrose etc.
Infektanfälligkeit: z.B. HNO Erkrankungen, Bronchitis
Erkrankungen des Nervensystems, z.B, Migräne, Kopfschmerzen
Schlafstörungen
Beschwerden der inneren Organen, z.B. Reizmagen, Gastritis, Reizdarmsyndrom, Leber- und Gallenerkrankungen

Aderlass

Bei diesem Ausleitungsverfahren werden Stoffe, von denen der Körper zu viel hat, nach außen ausgeleitet, um den zu entlasten. Der Aderlass ist eine Blutentnahme zu therapeutischen Zwecken. Es kann ein kleiner (max.100ml) oder großer Aderlass (bis 500ml) durchgeführt werden.

Anwendungsgebiete:
Bluthochdruck, Schwindel, Kopfdruck
Hörsturz, Tinnitus
Stauungszustände, z.B. Hämorrhoiden
Akute Entzündungen, z.B. Sinusitis, Arthritis
Hormonelle Dysbalance
Stoffwechselerkrankungen